Bei meinem letzten Aufenthalt in Tuscon / Arizona durfte der obligatorische Besuch eines Calexico Konzertes nicht fehlen.
Dabei traf ich Nick zum ersten Mal und bin seitdem hin und weg von diesem Ausnahmetalent.
Der Gitarrist, Sänger (nein: Rauner) und Keyboarder produziert für Goldfrapp und spielt u.a für Bands wie, Calexico, Giant Sand oder OP8. Wer an dieser Stelle aber: “Achtung, Americana Einschlag von rechts“ brüllt und in Deckung geht, ist selber schuld. Denn mit seinem Trio hat Nick andere musikalische Ziele, als ein weiteres Kerzlein auf dem amerikanischen Post-Folk-Rock Altar zu entzünden. Ihm geht es darum, die:„Schnittmenge aus Miles Davis, Anton Webern und Pete Townshend zu finden ". Sagt Nick.
Ich höre was anderes: atmosphärische Nachtmusik mit knarrendem Bass und Kehraus-Orgel, die oft so schattig, heimelig und klar klingt wie ein Gemälde von Edward Hopper aussieht. Seine Songs für Städte im Halbschlaf wälzen sich schwer durchs Dunkel, die Drums sind dumpf, das Klavier in "Lonely" satie'esk und mit „Little Town" hat das Album sogar einen Track mit echtem Hitpotential zu bieten. Im Untergrund lauert manche Klangkuriosität - verirrte Flöten etwa oder das Keuchen eines Tamburins. Und nach und nach zerbröselt so mein früher Eindruck großer Klarheit. Aber das ist ja auch bei Hopper so: Details sieht man erst beim dritten Blick. Genaues Hinhören lohnt sich.
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