Dass die Kanadier die besseren Amerikaner sind, wussten wir schon lange. Dass sie sich gerne in Gruppen bewegen auch. Und dass sie musiktechnisch was auf dem Kasten haben ist eh klar. Dass sich aus diesen drei Faktoren heraus in Berlin eine kanadische Kreativ-WG gebildet hat, deren Mitbewohner gemeinsam und mittlerweile auch jeder für sich ihren Beitrag zu den besten Alben der letzten drei Jahre geleistet haben liegt – tja woran eigentlich?
Wohl sicher nicht am Berliner Bier. Es sind dies die Damen Peaches und Feist sowie die Herren Gonzales und eben Mocky.
Sein Weg führte über Toronto, London und Amsterdam an die Spree, wo er sich zunächst durch Kollaborationen mit Peaches und Gonzales einen Namen machte. Danach folgte die Gründung der ersten Handpuppen-Virtual-Reality Band „Puppetmasterz“, die soeben ihr erstes Album veröffentlicht hat und Live mit zum komischsten gehört, was mir seit langem untergekommen ist.
Mit seinen eigenen Shows – eine Mischung aus durchgeknallten Old School Beats, rappenden Puppen und radikaler Interaktion des Publikums - machte er sich auch selbst einen Namen in den Hauptstädten Europas. Legendär war seine Tour 2001 durch die Zoos von sieben europäischen Hauptstädten, wo er seine Guerilla – Style Performance IN den Affenkäfigen aufführte.
Seine Stücke sind geprägt von einer ungestümen Liebe zum Surrealen, was sich besonders in den Texten manifestiert. Immer Grenzgänger zwischen Hip Hop, Funk und Pop ist er dabei vor allem auch ein brillanter Entertainer, eine Art feinsinnig-durchgeknallter Robbie Williams des Underground, den man einfach lieben muss. Ich hoffe, dass mit dem Robbie Williams Vergleich überlebe ich! Aber es stimmt einfach.
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