Von all den unzähligen Bands, die zwischen New York und London die 80er zitieren, heben sich Grand National angenehm anders ab.

 

Das Duo Rupert Lyddon und Lawrence „La“ Rudd zeigt wenig Interesse an dreckigem Garagen-Rock, Post-Punk oder New Wave. Auf Kicking The National Habit zieht es die beiden Briten mehr Richtung Pop – verständlich, befinden sie sich doch beide schon in den Spätzwanzigern. Der Weg zum Debütalbum war von einigen Zufällen und glücklichen Umständen geprägt. Ruppert lernte schon mit zwölf Instrumente spielen und studierte in Amerika Musik. La wuchs hinter dem Schlagzeug seines Vaters auf und gründete als junger Teenager eine Police-Coverband. In London, wo sich die beiden trafen und gemeinsam erste Songs schrieben, stießen sie im Studio zufällig auf Primal Scream und hatten ihre Protegés getroffen. Mehr Hilfe war aber nicht nötig, Grand National wussten, was sie wollten: Luftigen, sonnendurchfluteten und tanzbaren Gitarren-Pop, der die Balance zwischen Mainstream und Underground hält. Sie wollten Songs schreiben, die aufgepeppt mit Dancefloor Elementen, Ska-Einlagen, Funkiness und wagemutigen Steeldrums, Sting, XTC und späten New Order die Ehre erweisen. Erstaunlich an Kicking The National Habit ist auch, dass die zwei Männer fast sämtliche Instrumente selber spielen, und sich für Arrangements sowie Produktion verantwortlich zeigen. Sie kommen für eine Newcomer-Band zwar in recht spätem Alter daher, dafür kommen sie aber umso eleganter.
Mit mehr als einem Jahr Verspätung erscheint das Debüt des Londoner Duos nun doch noch offiziell in Deutschland. Liegt's am Brit-Boom? Klar: Auch wenn Grand National mit diesem Trend nichts zu tun haben, schöpfen sie doch aus denselben Quellen. Mit elektronischen Mitteln verpassen sie dem Gang-Of-Four-Gefühl und Londons frühen 80ern ein Update. Rotzfrech dreht "Kicking the national Habit" aus hohem Tempo ins Melancholische, knallt mit "Boner" einen lupenreinen Ska dazwischen, und nie vergessen sie den entspannten Groove.

 

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Tolles Debüt. Es lässt sich nicht verleugnen, dass eines der Mitglieder mal in einer Police Coverband war.
 

2005

Art Brut - Bang Bang Rock & Roll

Lustige Texte zu schepperndem Gitarrensound. Die meisten Titel mit Hitpotential.

 
2005
Rechtmäßiger Anwerter auf den Thron des Britpop. Obwohl mir da noch so manch einer einfallen würde.
2005 
Trashiger Garagen Punk-Rock, der den Blues hat und den Beat liebt. Im Geiste von Velvet Underground.