Die Herren Dave McSherry und Steve Cobby alias Fila Brazillia sind für mich mal wieder ein wunderbarer Beweis für die Tatsache, dass großartige Musik durchaus fernab von urbanem Hype entstehen kann.
Das aus Hull (für den Rest der Welt: das liegt in Yorkshire, England) stammende Duo hat mittlerweile über 10 Alben produziert und betreibt das Label 23 Records (www.23online.co.uk). Darüber hinaus sind die beiden als umtriebige Remixer für Größen wie UNKLE, Radiohead oder Lamb im Dienst. Ihre eigenen Produktionen zeichnen sich durch eine meist lustige und nicht selten äußerst abgefahrene Reise durch einen enorm großen Sound-Kosmos aus, der seinen ultimativen Reiz stets aus der brillanten Kombination von Mensch und Maschine (sprich: wahrhaftigen Live-Instrumenten und Sampler) bezieht. Hier einen eindeutigen Style festlegen zu wollen, ist fast unmöglich. Knochentrockener Bubble-Funk wechselt mit countryartigen Elementen, zielsichere Instrumentals auf Jazz-Basis machen Raum für bedrückend eindringliche Vocals, die hier vom Sänger und Poeten Steve Edwards kommen. Als Referenz nur soviel: der britische Drittligist Hull FC hat bei Fila Brazillia (die natürlich wie die meisten Briten große Fußball-Fanatiker sind) seine neue Vereinshymne in Auftrag gegeben. An so viel Geschmack sollten sich deutsche Vereine doch mal ein Beispiel nehmen.
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