Ich muss ja gestehen, dass man als passionierter Sammler von Musikstücken leider nicht gegen eine gewisse Abgebrühtheit gefeit ist. So richtige dampfende Emotionen stellen sich bei mir gegenüber den wenigsten Künstlern ein.
Umso verwunderlicher, dass ich seit Jahren mal wieder mit einem Badge am Revers rumlaufe, auf dem – wie könnte es anders sein – der Name: Chikinki steht. Dass der Durchschnittsbürger mit der Aussprache des Names ebenso viel Probleme hat wie ein Japaner, wenn der Schwippschwager sagt, stört mich dabei ebenso wenig wie die Tatsache, dass die jungen Herren bis dato nur einem kleinen Kreis von Eingeweihten bekannt sind.
Die aus Bristol stammende Combo zeichnet sich durch eine interessante Soundmischung aus, die von Hardrock bis Techno reicht und dank charismatischem Frontmann auch live durchaus zu überzeugen weiß. Eine Maxime beim Songwriting ist es, keine Samples zu verwenden und die Tracks so zu gestalten, dass man auch als Liveband alles 1:1 wiedergeben kann. Eine Besonderheit ihres Kosmos ist zudem, dass Chikinki sich die Extravaganz erlauben, ohne Bass, bzw. Bassgitarre loszulegen. Dafür jedoch gibt’s zwei Keyboarder, die aus ihren Kisten so allerlei Sounds und Gimmicks zaubern, einen dicken Elektrosound, der Chikinki von den mittlerweile doch recht zahlreichen Gitarrenbands mit leichtem Elektronikereinschlag abhebt – aber eben wie gesagt: handgemacht. Da wird nichts programmiert, gesamplet oder sonst wie gefummelt, nein, Keyboards, Klampfen, Schlagzeug, Gesang, alles ist so wie es ist.
Ihr Erstlingswerk ist gespickt mit grandiosen Elektro-Rock Songs, die gleicher maßen auf das Herz und die Beine abzielen. Da das Album in UK schon vor gut einem Jahr raus kam, ist nicht zuletzt durch das Featuring auf dieser CD zu hoffen, dass man schon bald mehr von dieser Band zu hören bekommt.
Bin ehrlich gesagt schon gespannt, wie die Chikinki Story sich so entwickelt, doch bis dahin: Lick Your Ticket!
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