„Butches Brew“ ist das mit Spannung erwartete erste Album des 26 jährigen Briten Michael Hunter, der sich hinter dem Alias „Butch Cassidy Soundsystem” versteckt.
Der Musiker, Texter und Komponist kreiert durch die Kombination unterschiedlicher Genres sehr speziellen, organischen Sound, den ich leider bei den meisten Reggae Soundsystems vermisse. Während der letzten sieben Jahre hat Michael unter dem Pseudonym „Pablo“ auf verschiedenen Labels Reggae Stücke veröffentlicht und parallel dazu vor drei Jahren mit der Arbeit am Butch Cassidy Album Projekt begonnen.
Ziel war es, seine Liebe für ausgefallene Rhythmen, Hip Hop und Soul aus den frühen Siebziger Jahren miteinander zu verbinden. Ein Unterfangen, dass laut seiner eigenen Aussage:“Noch niemand bisher gewagt hat“. Ob ich diese Behauptung so ohne weiteres unterschreiben kann, weiß ich nicht, aber fest steht: das Resultat kann sich sehen lassen. Trotz grundsätzlicher Orientierung am Reggae Sound der Siebziger, erweitert z.B der Track „Brothers And Sisters“ das genannte Spektrum um das Element „House“ und ist seit seiner ersten Veröffentlichung als 12“ auf Vinyl ein gerne gespielter Track im Set von vielen DJ’s.
Dass das Ganze nicht nach reiner Collage klingt, mag auch damit zusammenhängen, dass Michael fleißig die original Instrumente und Effektmaschinen gesammelt hat und nur diese bei den Aufnahmen einsetzt.
Und ganz nebenbei hat der Mann auch noch Humor: nicht nur hat er meiner Ansicht nach das beste Reggae Album des Jahres produziert sondern auch noch die große Radio-DJ Legende John Peel (Gott hab’ ihn selig) an der Nase herum geführt. Dieser erhielt gemeinsam mit einer Promo Kopie der ersten Stücke auch einen Begleittext, in dem Butch Cassidy als achtköpfige Combo aus Birmingham vorgestellt wurde. Und prompt hagelte es Anfragen von diversen Veranstaltern, die gerne die „Band“ für verschiedene Festival-Tourneen buchen wollte.
Es blieb ihm nichts anderes übrig als eine nette Ausrede zu erfinden: leider könne man zurzeit keine Termine wahrnehmen, da sich der Bassist den Arm gebrochen habe.
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