Dass sich nicht nur reisende Musiksammler wie meine Wenigkeit von musikalischen Einflüssen und Strömungen aus der ganzen Welt inspirieren lassen, zeigt sich sehr deutlich am Beispiel von Balkan Beat Box. Die Wahl New Yorker Tamir Muskat und Ori Kaplan sind die Kreativköpfe, die sich hinter dem Namen Balkan Beat Box verbergen. Ihr Baby agiert dabei nicht als Black Box, sondern ist offen für viele Einflüsse und künstlerische Ausdrucksformen.
Neben der Musik fließen auch Bauchtanz, Flamenco, DJs, VJs und Performance-Kunst in das Konglomerat BBB ein. Der Name gerät dabei ein klein wenig irreführend, denn was sich um das Projekt abspielt, ist nicht nur auf dem Balkan zu verorten, sondern greift weiter. Dies hat ganz sicher auch etwas mit den Wurzeln der beiden Protagonisten zu tun. Beide wachsen in der israelischen Hafen- und Musikmetropole Tel Aviv auf. Unabhängig voneinander zieht es beide nach New York (Kaplan 1991, Muskat 1995), wo sie ihren unterschiedlichen Vorlieben künstlerischen Ausdruck verleihen und auch gemeinsam in diversen Ethno-Elektronik Bands mit Osteuropäischen Einflüssen spielen. Die Melange aus Elektroklängen und Roma Musik muss Kaplan und Muskat dermaßen ins Mark geschossen sein, dass sie 2003 beschließen, die Balkan Beat Box als loses Kollektiv, mit ihnen selbst als klangliche Moderatoren, zu gründen. Unter Mitwirkung der unterschiedlichsten Gäste entstand ein Album, das so ziemlich alles einschließt, was die beiden während ihres musikalischen Schaffens bislang berührt. Klezmer trifft auf Roma-Tröten, Dub gibt sich mit bulgarischen Frauengesängen munter die Klinke in die Hand. Es lebe der Sommer mit Strohhut, blumigen Kleidern und durchgetanzten Schuhen!
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